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"From bench to real world data": CESAR-Jahrestagung 2019
12. - 14.09.2019 in Oldenburg   
                                                                   

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Artikel zum interprofessionellen Workshop mit Pharmazie- und Medizinstudierenden

 

  

 
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Zusammenfassung Masterarbeit Verena Kirsch

Erhebung von Prozessindikatoren zur Bewertung der Umsetzung einer multidisziplinären Intervention zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Alten- und Pflegeheimen

 

Bei älteren Patienten können eine bestehende Multimorbidität, die daraus resultierende Polymedikation sowie physiologische Veränderungen zu einem erhöhten Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) führen. Durch geeignete Maßnahmen auf der Ebene der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) können UAW vermieden werden.
Im Rahmen des AMTS-AMPEL-Projektes wurde eine zuvor entwickelte AMTS-fördernde Intervention in Nordrhein-Westfalen (NRW) und in Mecklenburg-Vorpommern (MV) in insgesamt 18 Pflegeheimen implementiert. Zur Beurteilung der Prozessadhärenz wurden Prozessindikatoren entwickelt. Ziel dieser Arbeit war es, die entwickelten Prozessindikatoren jeweils sechs Monate nach Beginn der Intervention (T1) und weitere fünf Monate später (T2) zu erheben und zu bewerten. Außerdem wurden Qualitätskriterien definiert und untersucht, welchen Einfluss die Prozessadhärenz auf die Qualität der Arzneimitteltherapie hatte.
Die Ergebnisse der Prozessindikatoren zeigen, dass der Umsetzungsgrad der Intervention zum Zeitpunkt T1 höher war als zum Zeitpunkt T2. In NRW wurden dabei die apothekerrelevanten, in MV die arztrelevanten Interventionskomponenten besser umgesetzt. Insgesamt wurden in beiden Bundesländern über die Gesamtlaufzeit des Projektes die kommunikativen Prozesse am erfolgreichsten implementiert, während die mit dem AMTS-AMPEL-Projekt gänzlich neu eingeführten Interventionskomponenten in geringerem Maße umgesetzt wurden. Insgesamt wiesen die Prozessindikatoren eine gute Diskriminationsfähigkeit auf und eignen sich daher gut, um Unterschiede in der Prozessadhärenz anzuzeigen.  
In beiden Bundesländern wurde durch die AMTS-fördernde Intervention eine Reduktion des Anteils an Patienten mit mindestens einem potentiell inadäquaten Medikament (PIM) und des Anteils an Krankenhausaufenthalten aufgrund von UAW erreicht. Die Prozessadhärenz hatte jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Qualitätskriterien. Nicht oder nur unzureichend durch die Prozessindikatoren abgebildete Faktoren, wie eine verbesserte Wahrnehmung der AMTS und eine intensivierte Kommunikation zwischen den Berufsgruppen, scheinen mindestens genauso zu den erreichten Qualitätsverbesserungen beigetragen zu haben wie die implementierten Interventionskomponenten.
 
 

 

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