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Zusammenfassung Masterarbeit Katharina Fürst

Zusammenfassung


Arzneimittelinteraktionen sind die am häufigsten detektierten arzneimittelbezogenen Probleme und mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen assoziiert. Über das tatsächlich durchgeführte Interaktionsmanagement in deutschen öffentlichen Apotheken und ob die bestehenden Empfehlungen befolgt werden oder ausreichend unterstützen, ist wenig bekannt. Das Ziel dieser Studie war die Evaluation des dokumentierten Interaktionsmanagements innerhalb eines Interaktionsregisters, welches durch die Universität Bonn in Kooperation mit dem Netzwerk der “LINDA Apotheken” implementiert wurde. Die Guidelineadhärenz wurde dabei als Basis für die Entwicklung von Strategien zum verbesserten Umgang mit Interaktionen ermittelt.

Ausgewertet wurden Interaktionsmeldungen sowie das dazugehörige Management, das über eine elektronische Dokumentationsmaske von 113 Apotheken im Zeitraum von Mai 2019 bis Januar 2020 erfasst wurde. Insgesamt wurden 2.048.773 Interaktionsmeldungen detektiert und das Management von 1.274 Interaktionen dokumentiert, entsprechend einer Dokumentationsrate von 0,062%. Die absolute Anzahl an Dokumentationen variierte dabei stark zwischen den teilnehmenden Apotheken (Median 4, IQR 9, Min = 1, Max = 384). 78% der dokumentierten Interaktionen (n = 994) gehörten zu den Kategorien 1 bis 4 mit potentiell schwerwiegenden Folgen nach dem Klassifikationssystem der ABDA Datenbank. Insgesamt wurden 57% des Managements als adhärent bewertet, innerhalb der Kategorie 1 sogar 74% (n = 145/197). Dokumentationen zu Interaktionen der Kategorien 5 bis 8, die z.B. Überwachungen empfehlen, galten öfter als nicht bewertbar (37% bis 52%), da nur erfasst wurde, dass Massnahmen bereits ergriffen wurden, ohne weitere Informationen. Am häufigsten wurden Maßnahmen zu den Interaktionen zwischen Pseudoephedrin und Sympathomimetika (n = 60) sowie Cholesterin-synthesehemmern und Makrolidantibiotika (n = 52) dokumentiert. Die Guidelineadhärenz lag hier bei 82% bzw. 77%.

Trotz der niedrigen Dokumentationsrate lässt sich eine Priorisierung des Managements von potentiell schwerwiegenden Interaktionen erkennen. Die Guidelineadhärenz war grundsätzlich hoch. Eine höhere Dokumentationsrate und ausführlichere Informationen zum Management könnten zukünftig mehr Möglichkeiten für die Auswertung bieten.

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