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"From bench to real world data": CESAR-Jahrestagung 2019
12. - 14.09.2019 in Oldenburg   
                                                                   

Gerade erschienen:
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Artikel zum interprofessionellen Workshop mit Pharmazie- und Medizinstudierenden

 

  

 
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Zusammenfassung Masterarbeit Malte Hellwig

Untersuchung von Telomerlänge und Telomeraseaktivität als Biomarker zur Vorhersage des Ansprechens auf eine antidepressive Therapie mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern

 

Die Depression ist eine der häufigsten globalen psychischen Störungen. Ihre Symptomatik ist breit gefächert, zeichnet sich jedoch im Allgemeinen durch ein stark getrübtes Stimmungsbild des Patienten aus. Obwohl in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte bei der Pharmakotherapie der Depression gemacht wurden, zeigt sich ein gewisser Prozentsatz der Betroffenen gegenüber eine medikamentösen Therapie resistent. Aus diesem Grund stellt die Suche nach Biomarkern, welche das Therapieansprechen auf Antidepressiva vorhersagen können, einen zentralen Forschungsansatz diverser Arbeitsgruppen weltweit dar.

In dieser Arbeit sollte anhand eines Zellmodells untersucht werden, inwieweit die Telomere und die Telomerase, beides zentrale Strukturen für die Chromosomensta-bilität und Merkmale der Zellalterung, durch eine Inkubation mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) beeinflusst werden können. Auf Basis dieser Ergebnisse sollte die Eignung der beiden Strukturen als Biomarker für das Ansprechen auf eine Therapie mit SSRI bewertet werden.

Dreizehn Zelllinien, gewonnen aus depressiven Patienten der MARS-Studie, wurden aus diesem Grund über acht Wochen mit Fluoxetin, einem SSRI, inkubiert. Mit Hilfe eines dafür geeigneten Assays wurde nach vier und acht Wochen die Telomerlänge jeder Zelllinie bestimmt. Hierbei zeigte eine Inkubation der Zellen mit Fluoxetin keinerlei Einfluss auf die gemessenen Telomerlängen gegenüber unbehandelter Kontrollen.

In zwei ausgewählten Zelllinien wurde weiterhin die Aktivität und die Expression der Telomerase nach Inkubation mit verschiedenen Konzentrationen Fluoxetin bestimmt. Die Zellen reagierten auf die Inkubation mit dem SSRI im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen mit verstärkter Telomeraseaktivität und passend dazu auch mit einer erhöhten Expression der Telomerase auf mRNA-Level.

Die Eignung der Telomerlänge als Biomarker für das Ansprechen auf eine Therapie mit SSRI erscheint angesichts der erzielten Ergebnisse zwar unwahrscheinlich, kann jedoch aufgrund mehrerer Limitationen der Versuche nicht ausgeschlossen werden. Die Untersuchung der Telomeraseaktivität und -expression hingegen scheinen angesichts der Ergebnisse vielversprechende Ansätze für weitere Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet der Depressionsforschung darzustellen.
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