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"From bench to real world data": CESAR-Jahrestagung 2019
12. - 14.09.2019 in Oldenburg   
                                                                   

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Artikel zum interprofessionellen Workshop mit Pharmazie- und Medizinstudierenden

 

  

 
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Zusammenfassung Masterarbeit Carla María Muñoz Tánchez

Anwendbarkeit von GKV-Routinedaten zur Detektion arzneimittelinduzierter Krankenhauseinweisungen bei Heimbewohnern

 

Ziel dieser Masterarbeit war die Überprüfung der Anwendbarkeit von GKV-Routinedaten zur Detektion arzneimittelinduzierter Krankenhauseinweisungen bei Heimbewohnern. Dazu wurden Krankenhauseinweisungen mit Diagnosen der ICD-10-UAE-Klassifikation nach Stausberg und Hasford bei 28 AOK-versicherten Heimpatienten auf einen Zusammenhang mit der Medikation überprüft. Als Datenquellen für die angewendeten Arzneimittel wurden der Routinedatensatz der AOK und Medikationspläne aus heimversorgenden Apotheken herangezogen, die aus einer Pilotstudie der AOK Rheinland/Hamburg, des Apothekenverbandes Nordrhein und der Universität Bonn zur Geriatrischen Medikationsanalyse stammten. Zudem wurde untersucht, ob die im Rahmen einer Medikationsanalyse identifizierten arzneimittelbezogenen Probleme einen Beitrag zur Bewertung arzneimittelinduzierter Krankenhauseinweisungen leisten können.

Die Untersuchung bestand aus zwei Schritten. Im ersten Schritt wurden die ICD-10-codierten Aufnahme-, Haupt-, und Nebendiagnosen aller 28 Patienten mit einem Krankenhausaufenthalt innerhalb eines Jahres mittels ICD-10-UAE-Klassifikation überprüft. Im zweiten Schritt wurde die Medikation auf Basis des Routinedatensatzes analysiert und mit der Medikationsanalyse durch Apotheker auf Basis eines Medikationsplans verglichen. Hierbei wurde die Medikation auf einen möglichen Zusammenhang mit den erfassten Diagnosen überprüft.

Insgesamt wurden bei 10 der 28 Patienten 17 Krankenhauseinweisungen erfasst, bei denen insgesamt 28 Diagnosen (darunter 6 verschiedene Diagnosen) eine Kategorie der ICD-10-UAE-Klassifikation erfüllten. Unter Verwendung des AOK-Routinedatensatzes konnte bei 4 der 6 verschiedenen Diagnosen bei insgesamt 7 Patienten ein Zusammenhang zur Medikation hergestellt werden. Auf Basis des Medikationsplans der Apotheken galt dies für 5 der 6 Diagnosen. Zudem bestand bei zwei arzneimittelbezogenen Problemen aus der Medikationsanalyse der Apotheken ein potentieller Zusammenhang mit Diagnosen der ICD-10-UAE-Klassifikation.

Die Ergebnisse zeigen, dass GKV-Routinedaten von Heimbewohnern zur Detektion arzneimittelinduzierter Krankenhauseinweisungen prinzipiell geeignet sind. Die Ergebnisse der Medikationsanalyse haben jedoch den Vorteil, dass auch Informationen zu Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Therapiedauer in die Kausalitätsbewertung einbezogen werden können. Durch die geringere Fallzahl ist die Aussagekraft jedoch sehr limitiert. Um das Potenzial von Medikationsanalysen im Vergleich zu GKV-Routinedaten genauer abschätzen zu können, sind daher größere Studien erforderlich.
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