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"From bench to real world data": CESAR-Jahrestagung 2019
12. - 14.09.2019 in Oldenburg   
                                                                   

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Artikel zum interprofessionellen Workshop mit Pharmazie- und Medizinstudierenden

 

  

 
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Zusammenfassung Masterarbeit Christina A. Braun

Aufbau eines Interaktionsregisters

Eine qualitative Inhaltsanalyse

 

Das Erkennen, Lösen und Beobachten von Interaktionen stellt eine wichtige Aufgabe öffentlicher Apotheken in Deutschland dar. Dennoch ist bisher kaum bekannt, in welchem Umfang dies geschieht, da in diesem Bereich bisher noch keine fortlaufende standardisierte Dokumentation erfolgt ist.

Vor diesem Hintergrund wurde ein Projekt ins Leben gerufen, dessen Ziel der Aufbau eines Interaktionsregisters mit Hilfe öffentlicher Apotheken ist. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung eines zu diesem Zweck neu entwickelten Systems zur elektronischen Dokumentation von Interaktionsmeldungen in öffentlichen Apotheken und den in diesem Zusammenhang vom Pharmazeutischen Personal ergriffenen Maßnahmen auf der Grundlage halbstrukturierter telefonischer Interviews. Zusätzlich wurde u.a. der Umgang mit Interaktionen im Apothekenalltag sowie der Bedarf an unterstützenden und schulenden Maßnahmen in Bezug auf das Dokumentationssystem betrachtet.

Der Apothekenalltag sowie der Umgang mit dem neuen System und potentieller in diesem Zusammenhang auftretender Probleme wurden beobachtet und dokumentiert. Als entscheidende Informationsquelle wurden weiterhin insgesamt 26 halbstrukturierte telefonische Interviews mit Mitarbeitern der neun an dem Projekt teilnehmenden Apotheken geführt. Bei der Planung und qualitativen Auswertung der Interviews wurden zwei Theorien, die Systemtheorie und der Drei-Phasen-Ansatz, herangezogen sowie ein Interviewguide ausgearbeitet. Die Interviews wurden transkribiert und anschließend mit Hilfe des Computerprogramms MAXQDA10 ausgewertet.

Bei der Inhaltsanalyse kristallisierten sich vier Themengebiete heraus: Räumlichkeiten/ Organisation, Interaktionsmanagement, Interaktionsregister und Unterstützende Maßnahmen. So wurde beispielsweise kritisiert, dass Interaktionen der ABDA-Interaktionskategorien „I.d.R. keine Maßnahmen erforderlich“ bis „Überwachung/ Anpassung nötig“ trotz stark unterschiedlicher Schweregrade in der ADG-Kassensoftware durch eine gemeinsame gelbe Farbe signalisiert werden. Einzelne Formulierungen innerhalb des Dokumentationsbogens wurden bemängelt und Änderungswünsche in Bezug auf die zu Beginn des Projektes erfolgte Inhouse-Schulung mitgeteilt.

Die Durchführbarkeit des Systems wurde betrachtet sowie Informationen über in diesem Zusammenhang auftretende Probleme gesammelt. Auf dieser Grundlage wurden Optimierungsvorschläge ausgearbeitet, die eine künftige flächendeckende Anwendung des Systems ermöglichen sollen, wie z.B. Vorschläge für konkrete Änderungen des Dokumentationsbogens.

Für die Zukunft stehen der Aufbau einer Internetplattform mit Informationsmaterial und einer Kommunikationsmöglichkeit unter den Apotheken und mit den Initiatoren sowie eines Rückmeldesystems mit Angaben u.a. zur Dokumentationsqualität der teilnehmenden Apotheken aus. Des Weiteren soll das Dokumentationssystem nicht auf die bereits eingeschlossenen zehn Interaktionsgruppen beschränkt bleiben, sondern auf weitere Interaktionen als auch auf andere Themengebiete, wie z.B. unerwünschte Arzneimittelwirkungen, ausgeweitet werden.

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