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Arzneimitteltherapiesicherheit bei Patienten in Einrichtungen der Langzeitpflege

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Arzneimitteltherapiesicherheit bei Patienten in Einrichtungen der Langzeitpflege (AMTS-AMPEL) 

Multimorbidität, Gebrechlichkeit und Polymedikation führen dazu, dass Bewohner von Alten- und Pflegeheimen einem erhöhten Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ausgesetzt sind. In dem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Projekt AMTS-AMPEL, das die Universität Bonn gemeinsam mit den Universitäten Witten/Herdecke, Düsseldorf und Rostock durchgeführt hat, wurden die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit einer zuvor gemeinsam entwickelten multiprofessionellen Intervention zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Alten- und Pflegeheimen untersucht.

Die komplexe Intervention bestand aus der Bildung von AMTS-Teams mit Pflegenden und Apothekern in den Heimen, speziellen Fortbildungen, der Bereitstellung einer AMTS-Merkkarte und einer strukturierten Kommunikation zwischen den beteiligten Berufsgruppen. Die Intervention wurde in 18 Heimen in den beiden Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen implementiert. Insgesamt wurden drei Querschnittserhebungen zur Prävalenz und Inzidenz vermeidbarer UAW vor der Intervention (Basiserhebung) sowie sechs und zwölf Monate nach der Intervention durchgeführt. Insgesamt nahmen 1016 Heimbewohner an dem Projekt teil.

Im gemischten Modell zeigte sich für beide Erhebungszeitpunkte eine signifikante Senkung sowohl der Prävalenz als auch der Inzidenz im Vergleich zur Basiserhebung. Frauen wiesen eine höhere Prävalenz und Inzidenz vermeidbarer UAW auf als Männer und profitierten daher stärker von der Intervention. Als UAW-auslösende Arzneistoffe wurden am häufigsten ZNS-wirksame Substanzen, aber auch Analgetika und Diuretika identifiziert. Die meisten UAW hatten medizinische und/oder pflegerische Konsequenzen. Am häufigsten resultierten zusätzliche Hausarztvisiten oder ein erhöhter Pflegebedarf. Zudem wurde eine nicht unerhebliche Anzahl an Krankenhauseinweisungen als Folge von UAW detektiert.

Alle Beteiligten gaben an, dass sich durch die Intervention die Kommunikation der Berufsgruppen untereinander verbessert habe. Das Interesse an der Intervention war jedoch bei Pflegekräften und Apothekern höher als bei den Hausärzten. Der zusätzliche Dokumentationsaufwand stellte die größte Hürde für eine konsequente Nutzung der Instrumente der Intervention dar, sodass einige Einrichtungen die Instrumente der Intervention nicht weiter verwenden wollen, obwohl sie sie als nützlich erachten.

Mit dem AMTS-AMPEL-Projekt ist es gelungen, die bisher größte Interventionsstudie zur AMTS in deutschen Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Mit der multiprofessionellen Intervention konnten Prävalenz und Inzidenz vermeidbarer UAW signifikant reduziert werden. Das Projekt liefert somit einen Beleg dafür, dass die AMTS in Alten- und Pflegeheimen durch gezielte multiprofessionelle Interventionen verbessert werden kann. Die gezeigten Effekte sollten nun in einer clusterrandomisierten Studie bestätigt werden.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell unterstützt. Der ausführliche Projektbericht ist hier  zu finden.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Ulrich Jaehde


Medication Safety in Patients Living in Nursing Homes (AMTS-AMPEL)

Due to multimorbidity, frailty, and polymedication, patients living in nursing homes are at higher risk to suffer from adverse drug reactions (ADR). Within the project AMTS-AMPEL which the University of Bonn jointly conducted with the Universities of Witten/Herdecke, Düsseldorf and Rostock and which was funded by the German Ministry of Health (BMG), the efficacy and sustainability of a previously developed multiprofessional intervention aiming at improving medication safety of patients in nursing homes were investigated.

The complex intervention consisted of medication-safety teams (“AMTS-Teams”) formed by nurses and pharmacists in the nursing homes, special training sessions, a medication safety leaflet (“AMTS-Merkkarte”), and structured communication among all participating professions. The intervention was implemented in 18 nursing homes in North Rhine-Westphalia and Mecklenburg-Western Pomerania. In total, three cross-sectional surveys on the prevalence and incidence of preventable ADR were performed before the intervention (baseline), 6 months and 12 months after the intervention, respectively. Overall 1.016 patients participated in the study.

In a mixed model, prevalence and incidence of ADR were reduced significantly 6 and 12 months after the intervention compared to baseline. Women suffered from more ADR both in prevalence and incidence. Thus, women benefited more from the intervention than men. CNS-active drugs were the active substances that triggered most of the ADR, followed by analgesics and diuretics. Most ADR led to medical and/or nursing consequences. Additional visits of general practitioners (GPs) or increased care needs were the most often reported consequences of ADR. Additionally, a considerable number of hospitalisations due to ADR was detected.

All participants reported that communication between the professions improved on the basis of the intervention. Nevertheless, nurses and pharmacists were more interested in the intervention than GPs. As documentation was rather time-consuming, some institutions will not continue using the intervention’s instruments, even though they were regarded as useful.

Hitherto, AMTS-AMPEL was the largest performed interventional study concerning medication safety in German nursing homes. The multiprofessional intervention reduced prevalence and incidence of preventable ADR significantly. Therefore, the study indicates that a specific multiprofessional intervention is likely to increase medication safety in nursing homes. The effects should be confirmed in a cluster-randomised study.

The project was financially supported by the German Ministry of Health (BMG). The detailled project report can be found here.

Contact person
Prof. Dr. Ulrich Jaehde

 

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